Predigt am 09.05.2010
Vorstellungsgottesdienst
Vorstellungsgottesdienst der Hauptkirche und der Albert-Schweitzer-Gemeinde am 9.5.2010
Eingangsmusik, evtl. „You´ll never walk alone“ von CD
Begrüßung und Vorstellung der Gruppe
Herzlich willkommen, liebe Eltern und liebe Gemeinde!
Wir laden Sie herzlich zu einem etwas anderen Gottesdienst ein, dieser wird nämlich gehalten von den Konfirmanden und Konfirmandinnen der Albert-Schweitzer Gemeinde und der Hauptkirche. Er handelt vom Thema Sport und Glaube. Dieser Gottesdienst wurde in aufgeteilten Gruppen auf der Konfi-Freizeit vorbereitet. Die Konfirmanden und Konfirmandinnen haben sich für diesen Gottesdienst sehr viel Mühe gegeben. Wir hoffen, dass Ihnen dieser etwas andere, aber schöne Gottesdienst gefällt.
Ich begrüße an der Orgel heute Frau Borengässer.
Weil heute ja auch Muttertag ist, möchte ich alle anwesenden Mütter besonders herzlich begrüßen.
Nun möchte ich fragen, ob jemand der Anwesenden in der vergangenen Woche Geburtstag oder Taufjahrestag hatte.
Vorstellung der Gruppe
„Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß bei unserem Gottesdienst.“
Lied: EG 320, 1-2.4 Nun lasst uns Gott, den Herren, Dank sagen und ihn ehren (Orgel und Gemeinde)
Votum
Psalm 47 im Wechsel
Gebet:
Lieber Gott,
wir danken dir für dein Verständnis, dass du nicht nur in der Kirche deine schützende Hand über uns hältst, sondern auch an Plätzen wie in einem Fußballstadion, in der Sporthalle oder auf dem Hockeyplatz. Die Dankesgesänge der Fans sind nämlich auch ein Dankeschön an dich. Amen.
Lied: EG 610 Herr, deine Liebe
Einleitung zum Lied „You´ll never walk alone“
1946 wurde das Lied von Oscar Hammerstein und Richard Roggers veröffentlicht. Damals richteten sie es an die englische Armee, die aus dem 2. Weltkrieg zurückkam. Ein paar Jahre später nahm sich der englische Fußballverein FC Liverpool das Lied zur Hymne. Danach verbreitete sich das Lied immer weiter um die Welt, als erster deutscher Verein sang es der FC Schalke04. Heutzutage wird es vor jedem Fußballspiel gespielt. In den paar Minuten, in denen das Lied läuft, sind sogar die verfeindetsten Vereinsanhänger verschiedener Vereine friedlich zueinander. „You´ll never walk alone“ gilt als Friedenslied des Fußballs.
Wir hören nun dieses Lied, und ich lade Sie ein, dabei mitzusingen.
Lied: You´ll never walk alone
Unsere Gedanken zum Thema Sport und Glaube
Am Anfang haben wir uns gefragt, wie wichtig uns der Sport eigentlich ist. Dabei herausgekommen ist, dass den meisten von uns der Spaß daran am wichtigsten ist. Schließlich würde ja niemand Sport machen, wenn es keinen Spaß machen würde. Und man kann beweisen, dass man etwas kann, man findet auch Freunde und es ist gut, etwas zu haben, wofür man kämpfen und trainieren muss.
Gut am Sport ist auch, dass man dadurch fit bleibt und dass man in einer Mannschaft in einem Team spielen kann.
Danach haben wir uns gefragt, was uns am Glauben wichtig ist. Die meisten konnten ihre vielen Gedanken nicht so gut in Worte fassen. Andere haben beim Glauben das Gefühl, dass jemand auf einen aufpasst und einen beschützt. Außerdem kann man beten, wenn es schwierig wird.
Als nächstes wollten wir wissen, welche Ähnlichkeiten es zwischen Sport und Glauben gibt. Herausgekommen ist, dass viele Sportler gläubig sind und es ihnen wichtig ist, was sie tun. Einige Fußballer bekreuzigen sich auf dem Spielfeld und machen Glaubensgesten nach einem geschossenen Tor, z.B. sprechen sie ein Dankgebet.
Ein Beispiel für einen gläubigen Fußballspieler ist Cacau, Spieler beim VFB Stuttgart oder Ze Roberto, Spieler beim Hamburger SV.
Cacau ist gläubig geworden, da er in Brasilien in ärmlichen Verhältnissen gelebt hat. Dadurch wurde seine Familie sehr krank. Als er angefangen hatte zu beten, ging es seiner Familie besser. Er kam übrigens zu seinem Namen an seinem zweiten Geburtstag. Er konnte seinen eigentlichen Namen nicht aussprechen und sagte stattdessen Cacau. So hat man ihn seitdem genannt.
Zé Robertos Familie kam aus einer sehr armen Gegend. Er ist mit fünf Geschwistern und einem ständigen Kampf ums Überleben aufgewachsen. Um nicht zu verhungern, musste er Orangen und Kekse klauen. Als er 10 Jahre alt war, verließ sein Vater seine Familie. Nun musste seine Mutter die Familie allein versorgen. Sie fing damals wieder an, in die Kirche z u gehen und zu beten. Zé Roberto sagt: „Das Wichtigste am Glauben ist, dass man sich von Gott geliebt weiß, so wie man ist“. Das ist die Grundlage seines Glaubens, und das gibt ihm die Kraft für alle Situationen im Leben. Zé Roberto hat sich auch vorgenommen, nach der Karriere im Fußball Pastor zu werden. Er sagt: „Die Religion ist mir wichtig, und mich macht es glücklich, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen.“
Dann haben wir in der Konfirmandengruppe überlegt, welche Unterschiede es zwischen Sport und dem Glauben gibt. Dabei herausgekommen ist, dass man beim Sport gewinnen kann, aber beim Glauben hat man schon gewonnen. Beim Sport strengt man sich an, beim Glauben betet man. Und beim Sport halten sich viele nicht an die Gebote Gottes.
Die nächste Frage, die wir uns gestellt haben, war, was denn der Sport vom Glauben lernen kann. Festgestellt haben wir, dass der Sport vom Glauben lernen kann, dass man fair zueinander sein sollte. Doping z.B. ist unfair! Außerdem weiß man beim Glauben, dass es immer Hoffnung gibt. Lernen kann der Sport vom Glauben auch, das man nicht neidisch sein sollte auf die Erfolge anderer.
Als letztes haben wir uns gefragt, was die Kirche vom Sport lernen könnte. Unsere Antwort: Beim Sport gibt es mehr Abwechslung, die Kirche sollte spaßiger, lockerer, spannender und interessanter werden.
Einleitung zur Schriftlesung
Im Matthäusevangelium wird von Jesus ein Gleichnis überliefert, bei dem es auch darum geht, nicht neidisch zu sein. Allerdings geht es hier um den Neid auf diejenigen, die ohne Verdienst Glück haben. Wir lesen Ihnen Matthäus 20, 1-16 und spielen dazu den Schluss der Geschichte:
Schriftlesung: Matthäus 20, 1-16 und Pantomime
Überleitung
Jesus wollte mit diesem Gleichnis sicher keinen allgemeinen Grundsatz aufstellen, dass jeder das Gleiche verdient, egal, wie viel oder wie wenig er arbeitet. Aber wollte – und das sehr herausfordernd – darauf aufmerksam machen, dass Leistung und Lohn nicht alles ist im Leben. Es muss unter uns Menschen eine Güte herrschen, die dafür sorgt, dass Menschen in Not das bekommen, was sie brauchen, auch wenn sie es sich nicht verdienen konnten.
Einleitung
Grund dafür ist die Liebe Gottes. Weil Gott uns liebt, haben wir in der wichtigsten Frage unseres Lebens schon immer gewonnen. Darüber machte sich der Theologe Manfred Josuttis Gedanken. Ein paar Worte von ihm haben wir auf der Konfirmandenfahrt bei einer Morgenandacht gehört. Wir lesen sie Ihnen vor, weil sie auch zu unserem Thema passen.
Text (Manfred Josuttis)
Auf dem Sportplatz ist es meist spannender als in der Kirche. Denn in der Kirche wird im Grunde immer nur das eine gesagt: Du hast gewonnen, Gott hat alles für dich getan, es kann dir trotz allem gar nichts passieren. Das klingt manchmal sehr langweilig, und deshalb ist ein Fußballspiel meist aufregender als ein Gottesdienst. – Manchmal freilich begreife ich: Ich brauche auch die Gewissheit, die im Gottesdienst laut wird. Ich muss sicher sein, dass mein Leben beschützt ist, und dass ich letzten Endes niemals verlieren kann. Ich kann nur leben, und ich kann nur kämpfen in dem Vertrauen, dass die Entscheidung über mein Leben schon gefallen ist. Deshalb gehe ich nicht nur sehr gern auf den Sportplatz. Deshalb gehe ich hin und wieder auch in den Gottesdienst.“
Lied: EG 515, 1-4 Laudato si (Orgel und Gemeinde)
Eigene Version von Laudato si
Laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore, laudato si, o mi signore.
Sei gepriesen, du hast die Fußballwelt geschaffen, sei gepriesen für Ball und grüne Wiesen, sei gepriesen für Flutlicht und Tribünen, sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr, laudato si ....
sei gepriesen für Eckfahnen und Tore, sei gepriesen für Jubel und für Tränen, sei gepriesen für Leidenschaft und Kämpfe, sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr, laudato si ...
sei gepriesen für fair play und für Schiris, sei gepriesen für all die guten Teams, sei gepriesen für all die Meisterschaften, sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr, laudato si ...
sei gepriesen für Gewinner und Verlierer, sei gepriesen für das Unentschieden, sei gepriesen für all die schönen Tore, sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr, laudato si ...
Lesung aus 12. Korinther 13, 1-3
Wenn ich wie ein Mensch rede oder wie ein Engel und bin ohne Liebe, bin ich ein schepperndes Blech und eine gellende Zimbel. Und wenn ich die Gabe habe, die Zeichen der Zeit zu deuten, und alles Verborgene weiß und alle Erkenntnis habe und alles Vertrauen, so dass ich Berge versetzen kann, und bin ohne Liebe, dann bin ich nichts. Und wenn ich alles, was ich kann und habe, für andere aufwende und mein Leben aufs Spiel setze, selbst unter der Gefahr, auf dem Scheiterhaufen zu enden, und bin ohne Liebe, hat alles keinen Sinn.
Preis der Fairness
Wenn ich um den höchsten Sporttitel kämpfte,
und meine ganze Energie für den Sieg einsetzte,
und da wäre kein Mensch, der mich liebt, und keiner, den ich liebe,
dann wäre ich nur ein funktionierendes Muskelpaket, ein Sportroboter.
Wenn ich alles Denken und Tun nur auf den Sport ausrichten würde,
also der Leibesübung mein ganzes Leben opferte,
und es wäre nirgendwo Liebe im Spiel, was sollte mir das alles nützen?
Wenn ich die perfektesten Spielregeln beachtete,
die Fehlerquellen für Unparteiische durch perfekte Technik, beseitigte,
wenn ich mich stets für Gesundheit und Wohl aller im Spiel einsetzte,
und ich gäbe keine Liebe her, dann wäre alles vergebens.
Und wenn alle Athleten und Mannschaften
Endlich mit den Regeln statt gegen sie anträten,
und wenn sie auf Fouls, Täuschungen und Lüge verzichteten,
und es wäre keine Liebe in den Menschen,
dann brächte aller guter Wille zum Fairplay nichts.
Und wenn wir uns darauf verlassen könnten,
dass alle Sportler und Schiedsrichter ihr Bestes dafür geben, dass es Siegern und Verlierern gut geht,
sie unabhängig vom Resultat akzeptiert werden und immer wieder antreten können,
und gäbe Gott Akteuren und Zuschauern keine Liebe ins Herz, ein solcher Sport wäre kein Segen.
Ich brauche also Kondition zu jedem fairen Wettkampf, Glaube, Hoffnung und Liebe.
Die Liebe ist dabei aber das Größte.
Lied: EG 623, 1-3 Du bist da, wo Menschen leben (Orgel und Gemeinde)
Schlussgebet
Eines Tages, Herr, werden die Kirchen genau so gut besucht werden wie die Fußballstadien. Die Kirchenlieder werden genauso laut erklingen, wie die Fußballlieder. Doch dafür braucht es Zeit und so, Herr, bitten wir dich: gib uns diese Zeit, damit die Menschen wieder zueinander und zu dir finden.
Vaterunser
Lied: EG 170, 1-4 Komm, Herr, segne uns (Orgel und Gemeinde)
Abkündigungen/Kollektenansage
Die Kollekte für diesen Sonntag ist durch unsere Konfirmandengruppe bestimmt worden für die Clowndoktoren in Wiesbaden.
Viele von Ihnen haben von dieser Aktion sicher schon gehört. Die Clowndoktoren verstehen sich als Kameraden, die die Kinder beim Genesungsprozess begleiten. Mit ihren Verkleidungen als lustige Ärzte und Namen wie Dr. Schnickschnack oder Dr. Tralala versuchen die Clowns, dem Krankenhausaufenthalt etwas von seiner Ernsthaftigkeit zu nehmen. Sie bringen mit ihrem Puppenspiel, Theater und ihrer Musik und Pantomime den Kindern regelmäßig an zwei Tagen in der Woche Freude an das Krankenbett. Eine Krankenschwester der Horst-Schmidt-Klinik sagt: „Es ist unheimlich schön zu sehen, dass die Clown Doktoren hierher kommen und die Kinder alles vergessen können, die Krankheit vergessen, und lachen und Spass haben können“. Die Visiten der Clown Doktoren finanzieren sich rein aus Spendengeldern. Alle Spenden kommen der Arbeit in den Kinderkliniken und damit den kleinen Patienten zugute. Die Spenden werden gebraucht für: Clownsnasen, Clownskittel, Clownspuppen, Seifenblasen und natürlich für Clowns. Wir bitten Sie um Ihre Spende.
Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Sonntag.
Segen
Orgelnachspiel